Die 10 typischen Fehler beim Mixing!

Die 10 typischen Fehler beim Mixing!

Die 10 typischen Fehler beim Mixing!
10 Mixing Fehler
Unser großes „10 Fehler beim MIXING“ Spezial!

Unter den fertigen Mixdowns, die mir von meinen Kunden zum Mastering zugeschickt werden, finde ich immer wieder die folgenden 10 Mixing Fehler. Diese machen es unmöglich, das maximale Ergebnis beim Mastering herauszuziehen. Im Folgenden finden Sie eine Auflistung der typischen Mixing Fehler…


audio-wissen-mixing

  1. Zu hohe Lautheit! Gerade dies ist ein gern gemachter Fehler! Es hat sich bei vielen eingespielt, bereits beim Mixing Effektgeräte in den Master-Bus (Stereo-Out) einzuschleifen. Equalizer, oder schlimmer noch, Kompressoren und Limiter, werden beim Mixing bereits auf die Gesamtsumme gegeben. Das Ergebnis ist jenes, dass der Mastering-Engineer einen Mixdown erhält, der praktisch schon vor-gemastert ist. Mal ganz davon abgesehen, dass der Mastering-Engineer mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr Erfahrung darin hat, bei der Bearbeitung der Gesamtsumme auch tatsächlich die richtigen Effekteinstellungen zu finden, ist nun wahrscheinlich auch gar nicht mehr genug Dynamik-Spielraum vorhanden (Headroom) und die Pegelspitzen des Titels sind bereits „plattgepresst“. Setzt der Mastering-Engineer nun noch weitere Dynamikprozessoren ein, wird dies noch weiter verstärkt. Ein dynamisch ausgeglichenes Ergebnis kann nicht mehr erzielt werden. Führen Sie also beim Mixing keine Dynamikbearbeitungen auf der Stereo-Summe durch und sorgen Sie zudem dafür, dass die höchsten Pegelspitzen nicht an die 0-dB-Marke reichen, sondern -6 dB nicht übersteigen. Auch ein zu starkes Komprimieren einzelner Signale kann beim Mastering nicht wieder rückgängig gemacht werden.
  2. Zu viel Dynamik! Dieser Punkt widerspricht dem ersten nicht, sondern sie stellen ein Paradoxon dar, welches es auszupendeln gilt. Es ist nämlich falsch zu denken, dass die Lautheit der Produktion allein Sache des Mastering-Engineers ist. Ein absolut zu leiser Mix (mit zu schwach komprimierten Einzelsignalen) kann beim Mastering nur schwerlich komplett laut geprügelt werden. Dynamikbearbeitungen auf Einzelsignalen oder Signalgruppen (aber eben nicht auf der Gesamtsumme, wie unter 1 beschrieben) sorgen für eine grundlegende Kontrolle und Punch der einzelnen Instrumente und sind unerlässlich für ein fettes und lautes Gesamtergebnis. Sind die Signale von der Dynamik her im Einzelnen in sich stimmig, ist es für den erfahrenen Mastering-Engineer ein Leichtes hieraus ein ordentlich lautes, aber dennoch dynamisches, Master zu zaubern.
  3. Bass zu laut! Gerade  Bass und Bassdrum werden gern zu laut aufgefahren. Problem ist aber: Der Bassbereich ist extrem energiereich! Während der Bassanteil der Produktion nun schon am Limit (0 dB) klebt, liegen im Mitten- und Höhenbereich noch ordentlich Headroom vor. Die Folge: Der Titel wird niemals so laut sein können wie andere Produktionen, da der Bassanteil für vorzeitiges Clipping (Verzerrungen verursacht durch Lautstärkespitzen über 0 dB) sorgt! Drehen Sie Bass und Bassdrum hingegen runter, kann die Produktion insgesamt lauter gefahren werden, ohne dass die Bässe gleich ins Clipping geraten! Vergleichen Sie auch mal die Ihrer Meinung nach basslastigen, kommerziellen Produktionen mit Ihrer: Ist der Bass der professionellen Produktion wirklich so laut?
  4. Einzelne Signale zu laut! Auch andere Signale können für vorzeitiges Clipping sorgen, wenn Sie diese zu laut aufdrehen. Beispiel: Schön laute Crash-Becken sorgen für ordentlich Wumms – werden von vielen aber gern mal doppelt so laut wie alles andere gedreht… Gerade das restliche Schlagzeug klingt nun extrem schwach. Faustregel: Drehen Sie das Crach-Becken stets leiser als die Snare und füllen Sie nicht das gesamte Arrangement damit auf, sondern betonen lediglich einzelne Stellen!
  5. Browne Bassfalle RaumakustikZuviel Subbass! Dieser Fehler ist eng verwandt mit dem dritten Punkt, sorgt aber noch für ein zusätzliches Problem: Kleinere Abhörboxen können diesen Bereich aus physikalischen Gründen einfach NICHT wiedergeben! Typische Küchenradios z.B. übertragen erst die Frequenzen oberhalb 100 Hz. Sorgen Sie also dafür, dass der Löwenanteil Ihrer (kommerziell ausgelegten) Produktionen sich in einem Bereich ab 50-100 Hz abspielt. Das heißt natürlich nicht, dass Ihre Produktion keine Tiefbassanteile aufweisen darf. Gerade bei HipHop/R&B ist dieser Bereich sehr wichtig. Jedoch sollte der Energieanteil hier nicht 10 dB über dem der restlichen Frequenzen liegen (was ich nicht selten erlebe!). Schalten Sie einfach mal einen Freuqenzanalyzer auf der Stereosumme beim Mixing. Dieser zeigt die Frequenzverteilung an: Unterhalb von 40 Hz sollte die Frequenzkurve auf jeden Fall abfallen und nicht etwa eine Erhöhung aufweisen! Zwar kann der Mastering-Engineer hier auch mittels Low-Cut den Bereich regulieren, jedoch nicht ohne negativen Einfluss auf den Gesamtmix! Besser ist es, wenn Sie Einzelsignale mit zu hohem Subbassanteil direkt mittels Low-Cut beim Mixing gezielt bearbeiten! Dies ist der einzige Weg, für einen sauberen Subbassbereich und eine möglichst hohe Gesamtlautstärke der Produktion!
  6. Geringe Audioqualität! Arbeiten Sie beim Recording/Mixing stets mit 44,1 kHz und mindestens 24 Bit! Die Gründe dafür finden Sie hier!
  7. Schlechter Stimmenklang! Leichte Differenzen anderer Signale lassen sich ggf. noch beim Mastering kaschieren, aber gerade bei der Stimme – als dem in der Regel wichtigsten Signal – sollten Sie im Mix höchste Präzision walten lassen! Sorgen Sie für einen prägnanten, klaren und dynamischen Stimmenklang, bei dennoch ausreichender Lautheit/Kompression. Wichtig auch: De-Essing sollte bereits beim Mixing stattfinden! Zu starke Zischlaute (scharf stechendes s, ch, sch, etc.) können beim Mastering nicht ohne negativen Einfluss auf den gesamten Bereich um 7/8 kHz behoben werden. Zischlaute besser gleich beim Aufnehmen mittels korrekter Mikrofonposition und Mikrofonwahl vermeiden oder spätestens beim Mixing mittels De-Esser reduzieren!
  8. Attack der Bassdrum zu stark! Ist die Attack/Slap der Bassdrum zu stark, so kann dies nur schwerlich beim Mastering ausgeglichen werden. Warum? Der Kickbereich der Bassdrum (indem die Attack sich vornehmlich abspielt) liegt im gleichen Bereich wie viele andere hochmittige Signale (Stimme,  Gitarren, Streicher, Flächen, Synthesizer, etc.). Folglich würden bei einer Reduktion des Bereichs sämtlicher dieser Signale in Mitleidenschaft gezogen werden.
  9. Zu extremes Stereobild! Davon abgesehen, dass es hier zu Auslöschungen kommt und die Monokompatibilität leidet, klingt ein zu breiter Mix einfach unklar und weniger prägnant/kräftig. Kontrollieren Sie Ihren Mixdown mittels Analyzer (in die Stereosumme einschleifen) und schauen Sie, ob Auslöschungen vorliegen. Wichtiger noch: Hören Sie Ihren Mixdown auch mal mono ab! Hierzu bietet die Monitormatrix/Soundkarte oft einen Mono-Schalter. Falls nicht, exportieren Sie den Mixdown und hören Sie ihn auf einem Monogerät ab. Wie klingen professionelle Produktionen im Vergleich?
  10. Wunder vom Mastering erwarten! Generell sollte jedes Detail in der Produktionskette so früh wie nur möglich perfektioniert werden! Aufnahmefehler beim Mixing zu beheben ist ebenso suboptimal wie Mixing-Fehler beim Mastering zu beheben. Natürlich werben viele Mastering-Ingenieure damit, aus Ihrer (jeder) Produktion ein hoch professionelles Meisterwerk zu schaffen. Die Wahrheit sieht jedoch eher so aus, dass bereits vorhandene Qualität zwar potenziert werden kann, vorhandene Fehler jedoch bestenfalls(!) kaschiert. Arbeiten Sie von der Songkonzeption an, bis über die ersten Aufnahmen und das Mixing,  absolut detailverliebt und präzise – nur so erreichen Sie das maximale Ergebnis!

audio-wissen


Fazit

Sie kennen nun die 10 typischen Fehler beim Mixing! Möchten Sie, dass Ihre Produktionen auch neben professionellen Veröffentlichungen bestehen können, so vermeiden Sie diese Fehler! Tiefer gehend finden Sie im Praxis-Leitfaden MIXING eine genaue Schritt-für-Schritt Anleitung zum Abmischen!

PRAXIS-LEITFADEN MIXING JETZT BESTELLEN!

David

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.