Die 10 typischen Fehler beim Mastering (Teil 2)

Die 10 typischen Fehler beim Mastering (Teil 2)

Die 10 typischen Fehler beim Mastering (Teil 2)
10 Mastering Fehler
Unser großes „10 Fehler beim Mastering“ Spezial!

In unserem großen Mastering-Spezial lernen Sie nun die übrigen 5 Fehler kennen, die Sie unbedingt vermeiden sollten!


6. Inkompatibler Sound

Beim Mastering geht es vor allem auch darum, einen Klang zu schaffen, der generell auf jedem Abspielgerät zumindest passabel klingt. Eine Produktion ist z.B. inkompatibel, wenn Sie einen mega Subwoofer sowie riesige Monitorboxen haben, und den Bassbereich nun so mastern, dass er nur auf Ihrem System (bzw. einem vergleichbaren) gut klingt.

Wie ist das gemeint? Fakt ist: Die meisten Leute haben eine derartige Abhöre nicht. Nun mastern Sie den Song aber vielleicht in einer Form, dass Sie extrem viel Tiefbässe reindrehen, die von Ihrer Anlage natürlich perfekt und glasklar wiedergegeben werden. Spielen Sie den Titel jedoch auf einer kleinen Kompaktanlage ab, ist diese völlig überfordert – derartige Subbässe können nicht abgespielt werden. Empfehlenswerter ist es daher, die grundlegenden Informationen der Prodktion – die wichtigsten Akzente – in einen von jeder Anlage abspielbaren Frequenzbereich zu setzen, welcher bei etwa 100 Hz bis 10 kHz liegt.

Natürlich gibt es Ausnahmen: Bei reinen Club-Produktionen z.B. können Sie selbstverständlich so mastern, dass der Sound hauptsächlich in Clubs gut rüberkommt. Die Kompatibilität mit kleinen Kompaktanlagen ist hier nicht so wichtig.

Oben Beschriebenes gilt also vor allem dann, wenn Sie mit der Musik Massen ansprechen wollen, sprich auch die Hausfrau am Küchenradio, den YouTube-Nutzer mit den kleinen Computerlautsprechern (äußerst wichtig heute!), etc.

audio-wissen-mastering

Inkompatibel ist der Sound auch, wenn der Abhörraum akustisch suboptimal ist. Werden bestimmte Frequenzen überbetont (Raumresonanzen), werden Sie beim Mastering (sowie auch beim Mixing) versucht sein, diese mittels EQ runterzuschrauben. Problem ist aber: Hört jemand anders nun die Produktion, und sein Raum wird mit aller höchster Wahrscheinlichkeit nicht die gleichen Resonanzfrequenzen aufweisen, so liegen an den entsprechenden Stellen nun Frequenzlöcher vor. Ein akustisch ausgeglichener Raum ist demnach ebenso wichtig für einen universell kompatiblen Klang.

Wie gelangen Sie zu so einer Raumakustik? Kurz und knackig habe ich das Ganze auf meiner neuen Website mal zusammengefasst, lesen Sie einfach hier nach: www.browneakustik.de/de/info/raumakustik-planung-skizzen.html.

Nächster Punkt: Eine unausgeglichene Abhöre kann ebenfalls zu einem inkompatiblen Sound führen; werden bestimmte Frequenzbereiche von den Boxen über- oder unterbetont, haben Sie das gleiche Problem wie bei der suboptimalen Akustik.

Eine Lösung (neben der Schaffung einer ausgezeichneten Raumakustik gepaart mit super Abhörmonitoren): Sie kennen Ihre Abhörsituation in- und auswendig. Sie wissen einfach, wie Sie Ihren Song zu mastern haben, damit er überall gut klingt; Sie kennen die Schwächen Ihres Raum und Ihrer Boxen ganz genau und kalkulieren diese, automatisch und unbewusst, bei der Bearbeitung mit ein.

Wie kommen Sie zu dieser Fähigkeit? Ganz einfach: Hören Sie auch beim reinen Konsum von Musik stets über Ihre Studioabhöre ab! Sie wissen dann, wie Profi-Produktionen auf dieser klingen – samt der durch Ihre suboptimale Akustik/Abhörsituation hinzugefügten Klangmerkmale! Mastern Sie Ihre Songs nun so, wie auch die Profiproduktionen auf Ihrem System klingen, und Sie erhalten ein wahrscheinlich weitgehend kompatibles Master.

7. Sample- und Bitrate-Katastrophen

Ich weiß, dieses Thema ist etwas technischer und somit nicht jedermanns Sache. Wenn ich jedoch, trotz all meiner Liebe zur Praxis, mal ausführlich auf Technisches eingehe, dann können Sie davon ausgehen, dass betreffendes Thema auch wirklich relevant ist!

Browne Breitband Absorber RaumakustikFakt ist: Falsche oder fehlende Konvertierungen der Bit- und vor allem Sample-Rate können alles kaputt machen!

Lesen Sie daher bitte unbedingt diesen Artikel oder halten Sie sich an folgenden Tipp (Essenz des Artikels): Arbeiten Sie von Anfang bis Ende der Produktion (Aufnahme bis Mastering) in 44,1 kHz Samplerate bei 24 Bit und konvertieren Sie erst zum Abschluss des Masterings die Bitrate in 16 Bit mittels Dither (in vielen Limitern/Maximizern schon enthalten oder auch als eigenständiges Plug-In in allen gängigen Sequenzer-Programmen).

8. Song-Pausen schlecht gesetzt

Meine Faustregel hier:

Zählen Sie, bei Ende des Songs, in dem entsprechenden Ausgangs-Tempo noch zwei Takte weiter und lassen Sie dann, quasi auf den nächsten Taktanfang, den Nachfolgesong einsetzen!

Das funktioniert in den meisten Fällen. Haben Sie jedoch das Gefühl, die Pause ist zu kurz (nach Balladen z.B. kommt eine etwas längere Pause manchmal besser), so verlängern Sie diese, aber zählen Sie dennoch innerlich den Takt weiter mit, setzen Sie die Pause nicht irgendwo!

9. Metadaten fehlen

Metadaten sind zusätzliche Daten innerhalb eines Audioformats. CDs verfügen über sogenannte PQ Codes. Diese werden bei Erstellen des Masters einer Audio-CD (z.B. in Masteringsoftware wie WaveLab) in den Datenteil (Header oder Nachspann, nicht in die eigentlichen Tracks) eingetragen. Dabei handelt es sich um eine Inhaltsstruktur der CD (TOC), anhand derer das Wiedergabegerät die einzelnen Titel ansteuern kann.

Die PQ-Codes umfassen insbesondere die Anzahl der Tracks, die Titel der Musikstücke, die Dauer eines Titels, die Gesamtspieldauer usw.

Daten wie Titel und Künstler können nur von wenigen CD-Playern gelesen werden. Wichtiger ist, dass Sie, falls vorhanden, EAN (Barcode, Europäische Artikelnummer) und ISRC (international standard recording code) eintragen! Diese Codes werden bei kommerziellen Veröffentlichungen vom Label bzw. Vertrieb vergeben und dienen der eindeutigen Kennung ihrer Titel und somit zu Zwecken der Vergütung seitens Radio etc.

Bei mp3s gibt es viel mehr einzutragen als bei CDs/Waves, Stichwort: ID3 Tags. Achten Sie hier auf Vollständigkeit!

Meta Daten Mastering

Export einer MP3 in Cubase 6.5: Bei Klick auf „ID3-Tag bearbeiten“ lassen sich verschiedene Angaben zum Song machen. Beim überarbeiteten ID3v2 lassen sich sogar noch Copyright-Inhaber, Herausgeber und vieles Weitere eintragen.

Audioformate wie WAVE beinhalten weder EAN noch ISRC! Lediglich bei mp3s (in ID3v2) und ogg Vorbis lässt sich der ISRC eintragen, was Sie in dem Fall auch tun sollten.

10. Fehler beim eingeschickten Tonträger

Heute, wo es nicht mehr nur die CD gibt, und das Major-Label, das sich um alles kümmert, sondern zig Formate und Vertriebswege, ist dieses Thema schwieriger geworden.

Für den Online-Vertrieb ist jedoch letztlich nur wichtig: Titel, mit allen verfügbaren Meta-Daten, in der bestmöglichen Qualität direkt aus dem Mastering-Programm exportieren!

Bitte kein Hin-und-Her-Konvertieren vorhandener Dateien. Wird beispielsweise eine Wave-Datei verlangt, dann nicht eine vorhandene mp3 in Wave umwandeln oder dergleichen. Erstens: Die komprimierte mp3-Qualität bleibt hier erhalten, nur das Format ändert sich. Zweitens ist der Konverter im Masteringprogramm vermutlich hochwertiger als kleine, externe (Freeware-)Programme.

audio-wissen-mastering

CDs möglichst ebenso aus der Mastering-Software heraus brennen. Außerdem Folgendes beachten:

  • Vollständige PQ-Codes (siehe 9.)!
  • Hochwertiger Rohling (Taiyo Yuden, auf Amazon verfügbar, oder HHB)!
  • niedrigste vom Rohling vorgegebene Brenngeschwindigkeit verwenden (steht 8x-32x drauf, dann 8x verwenden)!
  • Keine Sticker oder Ähnliches drauf!
  • Normal entstehen beim Brennen fast nie hörbare Fehler – CD jedoch trotzdem einmal laut, auf Kopfhörer, ganz durchhören!
  • CD nach dem finalen Hören direkt in die Packung und zum Presswerk schicken, nicht mit den Fingern raufpatschen, an den Kanten anfassen!
  • CD fest mit Schaumstoff umhüllen oder wenigstens dicke Luftpolstertasche zum Versand verwenden, um Beschädigungen vorzubeugen!
  • Ggf. zwei bis drei verschiedene Rohlinge zum Brenen benutzen und einschicken, damit das Presswerk Alternativen hat.
  • Folgendes beilegen: sämtliche CD-Daten nochmals in schriftlicher Form, Ihre Anschrift und Kontaktdaten inkl. Telefonnummer, Haftungsausschluss (s.u.), GEMA Freistellung (s.u.)

Zur GEMA: Die Freistellung ist der Freigabeschein für das Presswerk, Ihre CD überhaupt vervielfältigen zu dürfen. Die Freistellung bescheinigt, dass der Tonträger keinerlei geschütztes Material aufweist und somit auch keine Lizenzgebühren anfallen.

Einfach Lizenzformular online auf der Website der GEMA ausfüllen oder per Mail zusenden. Die Bearbeitung erfolgt in der Regel binnen weniger Tage. Sie erhalten dann per Post (oder FAX) die Anmeldung, mit Freistellungsvermerk, zurück.

Halten Sie unbedingt immer Rücksprache mit dem Presswerk, was die Anlieferung der Daten betrifft. Legen Sie Ihrer eingeschickten CD außerdem einen Haftungsausschluss bei, die das Presswerk vor der Duplikation zu einer Prüfung der Daten verpflichtet. So vermeiden Sie kostspielige Fehlproduktionen.

DDP-Image

Die meisten Presswerke bieten alternativ eine Möglichkeit des direkten Uploads ihres Albums als Image-Datei auf den Server des Presswerks (DDP). Dies ist insofern vorteilhaft, dass ein fehlerfreies Direkt-Abbild Ihres Albums eingereicht wird (beim Brennen entstehen immer kleine, wenn auch in der Regel gänzlich unhörbare, Fehler).

Browne Raumakustik Module

Außerdem wird Ihre CD im Werk ohnehin noch in ein DDP-File umgewandelt, sprich ein Arbeitsschritt wird eingespart.

Wie Sie eine DDP-Datei erstellen, finden Sie im Handbuch Ihrer Masteringsoftware beschrieben. In WaveLab können Sie einfach im Brenndialog statt Ihres CD-Brenners als Ziellaufwerk den DDP-Image Recorder auswählen und den Speicherort für die Image-Datei festlegen. Fertig!


Fazit

Sie kennen nun die 10 typischen Fehler, die Sie beim Mastering unbedingt vermeiden sollten! Ich hoffe, der Artikel hat Ihnen gefallen und hilft Ihnen weiter!

PS: Eine vollständige Anleitung zum Mastern finden Sie im Praxis-Leitfaden MASTERING!

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David

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