30 Studio Akustik Tipps (Teil 1)

30 Studio Akustik Tipps (Teil 1)

30 Studio Akustik Tipps (Teil 1)

Studio Akustik TippsDas Thema Akustik wird gerade im Home Tonstudio häufig vernachlässigt. Eine neutrale Abhörsituation ist jedoch essenziell, da sich das Material sonst nicht objektiv beurteilen lässt. Vielleicht bekämpfen Sie in Ihrem Mix eine bestimmte Frequenzüberbetonung, die eigentlich aber gar nicht Ihrem Mix entspringt, sondern durch den suboptimalen Raum entsteht (Stichwort: Raumeigenmode).

Natürlich wird im Homerecording selten ein Raum akustisch 100% perfekt hergerichtet, da er zumeist noch als Wohnraum genutzt wird – oder auch einfach aus finanziellen Gründen. Im Folgenden kann ich Ihnen jedoch eine Reihe von Tipps an die Hand geben, die teils – ohne erheblichen Aufwand – Ihre Abhörsituation bereits deutlich verbessern können, was sich unmittelbar auch auf Ihre Produktionsergebnisse auswirken wird.


Browne Raumakustik Module

  1. Je konventioneller Ihr Raum, desto besser! Heißt: Ein normaler Wohnraum eignet sich besser als ein alter Schuppen, eine Garage, ein gefliester Raum, Kellerraum, etc. Warum? Einfach weil es mehr der finalen Abhörsituation beim Konsumenten entspricht, für den Sie die Musik ja letztlich machen. Um einem Kellerraum eine ähnliche Akustik zu verleihen, wie sie letzten Endes auch beim Kosumenten vorliegt, müssen Sie sehr viel an dem Raum verändern, sprich viele Akustikmodule kaufen und den Raum renovieren, ggf. umbauen. Bei einem normalen Wohnraum muss nicht mehr soviel gemacht werden, sprich mittels einiger, zusätzlicher Akustikmodule kann er bereits auf einen sehr guten Standard gebracht werden. Die Situation ist ähnlich wie beim Konsumenten und vorhandene Möbel, Tapeten, Teppiche, etc. verbessern bereits den Klang – im Gegensatz zu nackten Böden/Wänden, Fliesen, das Fehlen von Möbeln, usw.
  2. Nutzen Sie eher dicke Materialien (am besten ab 14cm) wie dicke Basotect oder Mineralwoll Platten als dünnen Pyramiden-Schaumstoff. Pyramidenschaum dämpft NUR die Höhen! Nutzen Sie lieber GAR KEIN Akustikmodul, statt ausschließlich die Höhen zu dämpfen. Dann wird das Klangbild einseitig, sprich noch schlechter als ohne Akustikmodul. Merken Sie sich: Der Tiefenbereich ist grundsätzlich schwieriger in den Griff zu kriegen als die Höhen, daher bedarf es hier besonderen Augenmerks! In der Regel gilt: Je dicker das Material, desto tiefer die Frequenzen, die noch mit absorbiert werden! Ein für professionelle Zwecke ausgerichteter Absorber ist unser Browne Breitband Absorber.
  3. Behandeln Sie nicht alle Flächen, sondern maximal 50%! Beispiel: Wird eine Wand mittels Akustikmodul optimiert, so lassen Sie die gegenüberliegende Wand unbehandelt! Sonst wird zuviel geschluckt und das Klangbild doch zu unnatürlich. Sie wollen kein Labor bauen, sondern einen akustisch doch noch angenehmen Raum, in dem man sich auch gern lange aufhält!
  4. Browne Breitband Absorber RaumakustikJe weniger parallele Wände/Flächen, desto besser! Zwischen zwei (unbehandelten) parallelen Wänden wird der Hall knallhart hin und her geworfen! In vielen Studios werden die Wände sogar so abgeschrägt, dass der Hall nach hinten weg reflektiert wird (siehe auch dieses Video). Natürlich ist das in Wohnräumen schwieriger umzusetzen. Ein Zimmer im Dachgeschoss jedoch liefert z.B. von Natur aus meist Dachschrägen, womit es automatisch weniger parallele Wände gibt. Nur darauf achten, dass die Abschrägung nicht so verläuft, dass alle Reflexionen direkt zu Ihrer Hörposition geworfen werden.
  5. Die einzig empfehlenswerten Absorbermodule sind die sogenannten Breitband Absorber, wozu z.B. die Plattenabsorber zählen. Nur diese sorgen für eine gleichmäßige Dämpfung sämtlicher Frequenzen, je nach Dicke, teilweise bis 100/150 Hz. Eine Möglichkeit ist, diese an den Wänden seitlich der Boxen anzubringen (genaue Position der Abbildung unten entnehmen). So wird der Schall gleich an den ersten Auftreffpunkten sofort und vor allem linear reduziert. Auch dicker Basotect Schaumstoff (ab 10, besser 14cm) lässt sich einsetzen, da es aber dieser Dicke auch breitbandig arbeitet.
  6. Auch eine Matratze schluckt unglaublich(!) viel Hall, und das noch recht linear, sprich Höhen und Tiefen werden gleichermaßen absorbiert. So stellen sie eine (wenn auch unschöne) Alternative zum Breitband Absorber dar. Eventuell vor einer Mixing/Mastering Session aufstellen und danach wieder wegräumen.
  7. Tieffrequente Reflexionen sind hartnäckig und schwieriger los zu werden als hochfrequente. Sie tummeln sich vor allem in den Raum-Ecken. Mit sogenannten Bassfallen können Sie diese hier gezielt bekämpfen. Achten Sie darauf, dass das verwendete Modul Frequenzen bis weit unter 100 Hz absorbiert. Bei vielen zu dünnen (unter 40cm dick) Bassfallen ist das nicht der Fall, weswegen sie eigentlich nicht mal als Bassfalle bezeichnet werden dürften.
  8. In den meisten Studios befindet sich im Regieraum eine Couch. Das ist nicht nur praktisch als Sitzmöglichkeit für Gäste, sondern verbessert auch die Akustik enorm! Eine typische Couch mit ihren opulenten Maßen schluckt natürlich ordentlich Hall – auch tieffrequenten! Am besten mittig im hinteren Bereich des Studios positionieren.
  9. Ein Bücherregal an der Hinterwand (Wand hinter Ihrer Sitzposition) sorgt dafür, dass der Hall nicht knallhart wieder zu Ihnen zurückgeworfen wird, sondern, aufgrund der unebenen Oberfläche der (unterschiedlich großen) Bücher, im Raum gestreut! Besser noch ist hier das spezialisierte Modul, der Diffusor.
  10. Für Akustikmodule kann man schnell mal ein Vermögen ausgeben. Viele Händler nutzen auch die Unwissenheit von Laien aus, um ihnen möglichst viele Module aufzuschwatzen. Lassen Sie sich nichts einreden! Einen ganz guten Überblick, was Sie wirklich brauchen, finden Sie z.B. auf unserer Website browneakustik.de unter Raumakustik Skizzen.
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Dargestellt wird eine Möglichkeit zur akustischen Herrichtung einer Studioregie. Mehr Infos finden Sie unter browneakustik.de.

Browne Raumakustik Module


Lesen Sie jetzt den zweiten Teil mit 10 weiteren Studio Akustik Tipps!

David

5 Comments

Guten Tag
Vielen Dank für die sehr hilfreichen und vereinfacht dargestellten Tipps. Damit kann man echt etwas anfangen.
Ich hätte hierzu noch eine Frage: Ich habe einen 28qm großen Raum. Bei der Türe hinten ist der Raum etwas enger, ca. 2x2m, danach mündet es in einen ca. 5.5×4.5qm großen viereckigen Raum. Raum und Vorraum sind nicht getrennt.
Ich werden den Raum erst in zwei Wochen beziehen, wäre aber schon im Vorfeld froh um Tipps, damit ich mir vorgängig einige essentials kaufen kann.
Danke im Voraus.
Freundliche Grüße
Marc Doudin

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