Wird man heute durch Platten-Verkäufe noch reich?

Wird man heute durch Platten-Verkäufe noch reich?

Wird man heute durch Platten-Verkäufe noch reich?
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Wird man durch Platten-Verkäufe noch reich?

In diesem Artikel widmen wir uns der Frage, ob sich Platten-Verkäufe heutzutage überhaupt noch lohnen. Außerdem schauen wir uns die interessantesten, alternativen Einnahmequellen für Musiker an!


Wie viele Platten verkaufen die Top-Stars?

Ein Großteil der Alben wird vor allem in der ersten Verkaufswoche abgesetzt. Angenommen ein deutschsprachiger Künstler möchte in Deutschland auf Platz 1 landen. Wie viele Exemplare seines Albums muss er hierzu verkaufen und wieviel verdient er dabei?

Um in Deutschland auf Platz 1 der Charts zu landen, reichen heute weniger als 30.000 verkaufte Einheiten in der Woche oft schon aus. In den Wochen und Monaten darauf kommt dann insgesamt meist nochmal knapp das Doppelte an Verkäufen oben drauf. So könnte sich ein Nummer 1 Album demnach ca. 55.000 mal verkaufen. Der Verdienst des Künstlers selbst würde hier auch in etwa 55.000 EUR betragen (bei einem repräsentativen Major-Deal mit 1 EUR pro Platte) bzw. nach Abzug der Steuern ca. 30.000 EUR.

Nur noch wenige Künstler hierzulande verkaufen noch mehr, einige jedoch auch jenseits von 100.000 Exemplaren. Wenn diese auch noch einen besseren Vertrag haben, könnten sie leicht das Doppelte wie in obigem Beispiel verdienen.

Etablierte, deutschsprachige Künstler, die regelmäßig auf Platz 1 der Charts gehen (Xavier Naidoo, Peter Fox, Sido usw.) könnten also durchaus ALLEIN von Platten-Verkäufen leben – und auch reich werden.

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Künstler in den USA verkaufen teilweise sogar (allein in den Staaten!) heute noch über 1 Millionen Exemplare eines Albums. Hinzu kommen dann noch die weltweiten Verkäufe, wobei englischsprachige Musik natürlich international relevanter ist als deutschsprachige.

Die Platten-Verkäufe im Durchschnitt

30.000 Stück und mehr in Deutschland zu verkaufen ist die Ausnahme. Was ist, wenn man eben nicht zu diesen Top-Sellern gehört? Kann man trotzdem von seiner Musik leben?

Die Spitze der Charts zu erklimmen, schaffen natürlich nur wenige – doch auch eine Top 10 Platzierung ist doch geradezu grandios, oder nicht? Unter den Massen an Musikern in Deutschland – wer schafft es schon mit seiner Musik groß rauszukommen und sogar in den Charts zu landen!?

Natürlich ist das gut! Betrachtet man jedoch die Verkaufszahlen, wirkt es gar nicht mehr so spektakulär: Heutzutage reichen in Deutschland im Schnitt 5 bis 10 Tausend verkaufte Einheiten aus, um Top Ten zu gehen. Daran merkt man schnell: Lange nicht jeder bekannte Musiker macht mit seinen Album-Verkäufen auch viel Geld. Zusätzliche Einnahmequellen sind gerade für jene äußerst wichtig.

Alternative Einnahmequellen

Browne Breitband Absorber RaumakustikDer Großteil der Einnahmen der meisten Künstler wird längst nicht mehr mit Platten-Verkäufen erzielt, sondern – um es mal so zu formulieren – vorwiegend mit Produkten, die nicht heruntergeladen werden können.

Wer mit seiner Musik möglichst viel Kohle scheffeln will, muss heute nicht nur ein guter Musiker sein, sondern auch ein schlauer Verkäufer; Oder er muss Leute haben, die das für ihn übernehmen. Ansonsten wird es sehr schwierig, davon zu leben.

Im Folgenden wird näher auf die ertragreichsten Nebenverdienste für Musiker eingegangen: Live-Auftritte, Merchandising, CD-Box-Sets, YouTube-Anzeigen und digitale (mp3) Verkäufe.

Live-Auftritte

Früher hat man mit Auftritten eher Werbung für sich und sein aktuelles Album gemacht. Heute ist es umgekehrt: Mit einem guten Album versucht man möglichst viele Fans auf die anschließende Live-Tour zu locken! Auch ist der Preis für Konzertkarten enorm gestiegen, was diesen Punkt noch lukrativer macht.

Merchandising

Zusammen mit dem Verkauf von Konzertkarten stellt das Merchandising die finanzielle Basis dar. T-Shirts sind bei Fans z.B. sehr begehrt. Verkauft werden die Artikel vor allem beim Merchandising-Stand auf dem Konzert sowie im Internet.

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Prinz Pi veröffentlichte ein limitiertes Box-Set mit CD, DVD, Buch und T-Shirt für sage und schreibe 189,99 EUR. Es ist sogar ausverkauft.

CD-Box-Sets

Viele Künstler verkaufen heute, statt der bloßen CD, komplette CD-Pakete. Enthalten sind häufig, neben dem jeweiligen Album, noch ein T-Shirt, ein Poster und/oder eine DVD. Alles schön verpackt in einer großen Papp-Box oder sogar einem Aluminium-Case. Die Vorteile:

  1. Höherer Preis (40 EUR und mehr)
  2. Box-Set ist exklusiver als der Verkauf des bloßen Albums, das man ohnehin auf jeder zweiten Internetseite herunterladen kann. Oft wird es sogar noch limitiert, was die Erst-Wochen-Verkäufe zusätzlich erhöht
  3. T-Shirts, Poster und Co. können nicht heruntergeladen werden

Fraglich ist, wie gut ein solches Paket bei Künstlern mit Zielgruppen höheren Alters funktionieren würde, da Artikel wie Shirts, Poster usw. eher für Jüngere interessant sind.

YouTube-Anzeigen

Sehr viele Menschen konsumieren Musik fast nur noch über YouTube. Sie geben den gewünschten Titel ein und kriegen ihn binnen sec geliefert. Das schwächt zwar die Absätze des Albums, doch statt sich darüber zu beklagen, hat so manch schlauer Verkäufer unter den Musikern hierin schnell das Potential erkannt: Er hat seinen eigenen YouTube-Channel eingerichtet und stark beworben. Er lädt regelmäßig neue Videos hoch, nicht nur Musikclips, sondern auch das Making-Of zum Album, Videos von Studio-Sessions, Ausschnitte von Live-Konzerten, einfach nur Videos zur Unterhaltung, etc.

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Auch Audio-Wissen betreibt natürlich einen eigenen YouTube-Channel. Einfach Bild anklicken.

Hier wird nicht nur eine gewisse Nähe zum Fan aufgebaut und dieser stärker gebunden – es wird auch bares Geld verdient! Wie? Der Künstler hat es so eingerichtet, dass YouTube vor jedem seiner Videos eine kurze Werbesequenz einblendet. Einen Teil der Einnahmen behält YouTube ein, der anderen Teil wird dem Künstler ausgezahlt.

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Wenn man bedenkt, dass einige YouTube-Blogs über 1 Mio. Abonennten haben, und dementsprechend zig Millionen Videoaufrufe, kann man sich vorstellen, wieviel Potential in der Sache steckt!

Digitale Verkäufe (mp3 downloads)

Zahlungspflichtige mp3 Downloads kosten zwar weniger als eine CD im Laden und werden auch bei der Berechnung der Charts weniger stark gewertet, jedoch ist der Anteil der Einnahmen des Musikers hier wesentlich höher. Ausgebuffte Künstler, die auch vertraglich die entsprechenden Möglichkeiten haben, stellen ihr Album selbst über einen Dienstleister wie TuneCore ins Netz. Dieser sorgt für die weltweite Verfügbarkeit bei allen relevanten Anbietern (Amazon-Download, iTunes, etc.) und behält hierfür bloß etwa 30% der Einnahmen ein, sprich satte 70% werden dem Künstler ausgezahlt!

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Fazit

Die Top-Stars der hiesigen Musikindustrie könnten, nach wie vor, rein von ihren Platten-Verkäufen leben; International erfolgreiche Musiker sowieso. Zusätzliche Einnahmequellen sind jedoch, gerade für den durchschnittlich verkaufenden Musiker, wesentlich wichtiger geworden. Viele könnten ohne nicht überleben.

Ich hoffe, der Artikel hat Ihnen gefallen und Ihnen einige Möglichkeiten aufgezeigt! Lesen Sie auch, warum die CD immer noch nicht durch ein neues Format abgelöst wurde, und ob dies in den nächsten Jahren noch passieren wird!

JETZT LESEN!

David

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