Equipment-Check Studio-Monitore (Teil 2)

Equipment-Check Studio-Monitore (Teil 2)

Studio Monitore
Weiter geht’s mit dem Equipment-Check Studio-Monitore!

Weiter geht’s mit dem Equipment-Check Studio-Monitore! Heute erfahren Sie, worauf Sie bei einem Monitor-Neukauf achten sollten! Außerdem gibt es einige Empfehlungen von guten Monitoren und den finalen, wichtigsten Tipp...

(Hier geht es zum ersten Teil)


Generelle Tipps zum Monitor-Neukauf

Sollten Sie den Kauf von Monitorboxen planen, wäre es am besten, wenn Sie mehrere Boxen direkt klanglich miteinander vergleichen. In entsprechenden Fachgeschäften ist das in der Regel möglich. Stellen Sie hierzu eine CD mit einigen Titeln zusammen, die Sie sehr gut kennen.

Dem typischen Homerecorder, aber auch Fortgeschrittenen, würde ich dabei stets Aktivmonitore empfehlen. Abgesehen von den im ersten Teil beschriebenen Vorteilen ist diese Bauform inzwischen ohnehin auch viel geläufiger und günstig zu bekommen.

audio-wissen-mixing

Des Weiteren würde ich eher zu Nahfeldmonitoring raten als Fernfeld. Denn: das Argument, dass das Fernfeld-Monitoring der letztendlichen Situation beim Hörer näher kommt, greift nicht mehr – zu viele Leute hören Musik mittlerweile über ihren Computer! Außerdem erfordert Fernfeldmonitoring, wie im ersten Teil gesagt, mehr Platz, eine wirklich optimale Raumakustik und eine höhere Investition. Stellt dies alles bei Ihnen aber kein Hindernis dar – dann können Sie natürlich auch große Fernfeldmonitore kaufen!

Checkliste Monitor-Vergleich

Beim Kauf von Monitoren legen Sie die Messlatte am besten ein gutes Stück höher als im Consumer-Bereich! Schließlich möchten Sie, wenn Sie viel Geld für die Monitore ausgegen haben, auch lange was davon haben!

Achten Sie konkret auf folgende Punkte:

  • Beim Vergleich verschiedener Monitore darauf achten, ob Bässe, Mitten und Höhen in einem ausgeglichenen Verhältnis zueinander wiedergegeben werden. Manche haben zuviel Bass oder zu viele, auf Dauer ermüdende, Höhen. Jedoch auch beachten, dass einiges relativ ist: Manch einer mag vielleicht (zumindest ein wenig) mehr Bass haben, etwa damit er beim Abmischen selbst nicht zuviel Bässe reindreht, weil eben schon ein bisschen was da ist, oder auch, weil er dann einfach mehr Spaß beim Bearbeiten hat und es mehr seinem Hörempfinden entspricht.
  • Die Tiefen sollten bis ca. 50 Hz runter möglichst linear übertragen werden. Der Durchmesser der Tiefenmembran sollte wenigstens 5 Zoll betragen. Nach oben hin sollte das Signal bis 18 kHz linear verlaufen. Ein Durchmesser von 2cm ist hier Minimum.
  • Die Bässe und Mitten verraten Ihnen generell einiges über die Qualität der Monitore. Gute Monitore haben ausreichend Bass, der jedoch keineswegs wummert oder dröhnt, sondern durch und durch trocken klingt! Auch die für den Mix so wichtigen Mitten (hier hat praktisch jedes Signal Anteile!) sollten nicht verwaschen sein, sondern präzise!
  • Wenn es so klingt, als wäre auf der gesamten Produktion ein leichter Halleffekt drauf, sind die Monitore schlecht!
  • Sie sollten genau erkennen können, ob und wie weit jedes Signal links oder rechts im Stereo-Panorama platziert ist! Bei guten Geräten können Sie sich fast schon bildhaft vorstellen, wie eine Band breit vor Ihnen im Raum aufgestaffelt steht!
  • Wenn Sie sich die Aufstellung der „Band“ nicht nur bezüglich der Breite bildhaft vorstellen können, sondern, in einer weiteren Dimension, auch in der Tiefe, dann sind die Monitore wirklich gut!

Hörcheck im eigenen Studio

Das, was Sie letztendlich klanglich wahrnehmen, ist niemals nur der Monitor allein, sondern immer die Mischung ausMonitor und jeweiligen Raum; ein und derselbe Monitor klingt in jedem Raum anders, weil jeder Raum eine andere Raumakustik hat und somit das Signal anders beeinflusst.

Browne Raumakustik Module

Fragen Sie deshalb vor dem Kauf nach, ob Sie die Monitore unter Umständen zurückbringen können, so dass Ihnen ein Hörcheck unter Ihren persönlichen Bedingungen möglich ist.

Fieser Fakt

Ein Monitor muss sich erstmal warmlaufen und entwickelt erst nach etlichen Stunden seinen eigentlichen Klang! In der Regel klingt er daher nach ca. 100 Std. nochmal um einiges besser als am Anfang. Das ist natürlich positiv, jedoch macht das die Hörtests im Laden (mit in der Regel neuwertigen Monitoren) etwas weniger aussagekräftig…

Monitor Empfehlungen

Für die Sparte Preis/Leistung: JBL LSR 305, ordentlich Bass bei kompakter Baugröße, super Stereobild, keine ermüdenden Höhen, äußerst günstiger Preis. Yamaha HS-Reihe: Sehr analytischer und genauer Klang, ausgeglichen, bemerkenswert für den Preisbereich.

Adam und Genelec liefern Top-Modelle, die bei Tests immer gut abschneiden. Den Spitzenreiter sehe ich jedoch in Neumann (K+H). Im direkten Hörvergleich mit diesem Hersteller schneiden die Modelle anderer Firmen, für meine Ohren und die einiger Kollegen und Kunden, nicht mehr so gut ab.

Weitere Geräte finden Sie in der Top 10 der besten Studiomonitore für Einsteiger und der Top 10 der besten Studiomonitore für Profis.

Der wichtigste Faktor 

Die Wahrheit: Man MUSS keine super teure Abhöranlage haben. Das wichtigste ist, dass Sie Ihre Abhöre in- und auswendig kennen und genau wissen, wie eine Produktion darauf klingen muss, damit sie gut ist.

Auch ich persönlich könnte in einem fremden Studio (andere Monitore, anderer Hörabstand/Hörposition, andere Raumakustik) niemals am ersten Tag gleich den perfektesten Mix abliefern. Ich kenne die Abhörbedingungen ja noch gar nicht und kann somit gar nicht wissen, welches Klangbild ich auf den dortigen Monitoren (und bei der dortigen Raumakustik) anstreben muss, damit der Mix später auch überall funktioniert.

Kennen Sie Ihre Abhöre jedoch 100% genau, so können Sie theoretisch sogar auf HiFi Boxen (sofern diese gewisse Grundbedingungen erfüllen) einen guten Mix zaubern.

audio-wissen

Also: Nicht jedes Jahr neue Monitore kaufen! Lieber einmal investieren und den Klang der Monitore zu 100% studieren! Am besten geht das, wenn Sie auch zum normalen Musikhören Ihre Monitore nutzen; so weiß ihr Gehör irgendwann ganz genau, wie gute (professionelle) Produktionen auf Ihren Monitoren klingen, so dass Sie diesen Klang bei Ihren eigenen Produktionen nacheifern können!


Fazit

Sie wissen nun, worauf Sie beim Monitor-Neukauf achten müssen. Zudem kennen Sie meine persönlichen Monitor-Empfehlungen und haben erfahren, dass es letztendlich aber nicht bloß auf die Monitore ankommt, sondern vor allem darauf, wie gut Sie Ihre Abhöre kennen.

Browne Bassfalle Raumakustik

David

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