Equipment-Check Studio Subwoofer

Equipment-Check Studio Subwoofer

Equipment-Check Studio Subwoofer
studio subwoofer
Den abgebildeten Monkey Banana Turbo 10s Studio Subwoofer gibt es in rot und in schwarz.

Im Equipment-Check geht es heute um Subwoofer. Wofür ist eigentlich ein Subwoofer? Sind sie im Studio ein Muss oder nicht? Sind Subwoofer überhaupt sinnvoll? Worauf müssen Sie beim Kauf eines Subwoofers achten? Diese und weitere Fragen werden im Artikel geklärt…


Membrangröße

Wie bereits im Equipment-Check Studio Monitore beschrieben: Je größer die Tiefenmembran einer Box ist, desto tiefer sind die Frequenzen, die noch wiedergegeben werden können.

Gängige Monitore haben Tieftöner bis etwa 6 Zoll. Der Frequenzbereich reicht hier bis ca. 40 Hz runter. Noch größere Monitore sind zumeist überproportional teurer, jedoch nicht automatisch besser, da die enormere Größe keine Auswirkungen auf den Klang an sich hat, sondern lediglich auf das Frequenzspektrum.

Eine superteure Box mit Tieftönern größer als 8 Zoll muss also nicht zwingend besser klingen als eine 5-Zoll-Box, die weniger kostet.

Alternativ können Sie auch 5-Zoll-Boxen holen und dann, bei Bedarf, diese mit einem Subwoofer ergänzen.

Browne Raumakustik Module


Was ist ein Subwoofer?

Der Subwoofer ist eine Box speziell zur reinen Ausgabe der (Sub-)Bässe. Er verfügt demgemäß nur über einen Tieftöner, nicht über einen Hochtöner. Das Frequenzspektrum eines Subwoofers liegt für gewöhnlich in einem Bereich von etwa 20 bis 200 Hz.


Merkmale und Features eines guten Subwoofers

Die Membran sollte einen Durchmesser von 10 Zoll nicht unterschreiten und möglichst ab der tiefsten, hörbaren Frequenz, was 20 Hz ist, sein Signal ausgeben. Sonst loht sich das nicht.

Warum? Angenommen, Sie kaufen sich Monitore, die 6,5 Zoll Tieftöner haben und bis 43 Hz runtergehen. Dazu kaufen Sie sich einen 8-Zoll Subwoofer, der Frequenzen ab 34 Hz wiedergibt. Somit haben Sie Geld für einen (teuren) Subwoofer ausgegeben, der Ihnen gerade mal 9 Hz mehr bringt (ab 43 Hz aufwärts konnten Sie eh alles hören, jetzt ab 34 Hz aufwärts – kein großer Gewinn).

presonus-temblor-t10
Preistipp! Presonus Temblor T10 bietet für wenig Geld sehr guten Sound und verfügt über sämtliche nützliche Features, wie ein per Fußpedal steuerbares Bypass sowie ein variables Tiefpassfilter (zwischen 50 bis 130 Hz schaltbar).

Wenn schon ein Subwoofer, dann besser, wie gesagt, einen, der ein Frequenzspektrum ab etwa 20 Hz hat. Wichtig außerdem: Ein regelbares Tiefpassfilter zur Bestimmung des Spektrums! Warum? Wenn Sie z.B. Neumann Monitore, die KH 120 A haben, die ab 53 Hz aufwärts laufen, dann wäre es Quatsch, einen Subwoofer im Frequenzbereich von 20 bis 200 Hz zu fahren. Dann würde ja alles ab 53 Hz doppelt ausgegeben werden, einmal über den Subwoofer, einmal über die Monitore! Stellen Sie stattdessen also das Tiefpassfilter so ein, dass (in dem Fall) ab 53 Hz Schluss ist (bzw. etwas drüber, da die angegebene Grenzfrequenz oft noch schwächer wiedergegeben wird, müssen Sie im Einzelfall abwägen). Der Subwoofer übernimmt dann den Frequenzbereich von 20 bis 52 Hz, die Neumänner alles ab 53 Hz!

Letztes, praktisches Feature: Ein Fußschalter für Bypass, sprich zum schnellen An- und Ausschalten des Subwoofers. Warum, darauf komme ich gleich zu Sprechen.


Braucht man unbedingt einen Subwoofer?

Das Wort „brauchen“ wäre absolut übertrieben. Es ist schön, auch die tiefsten Frequenzen zu hören, aber kein Muss. Wenn Sie Monitore haben, die eh bis unter 40 Hz runter gehen, können Sie in der Regel drauf verzichten.

Musik, die massentauglich sein soll, muss auch über schlechteste Bedingungen noch gut klingen, sprich über Küchenradios, Laptop-Lautsprecher, usw. Und die können die Bässe aus physikalischen Gründen nicht wiedergeben, einfach weil die Tiefenmembran zu klein ist.

audio-wissen-mastering

Sind die Bässe für uns beim Mix aber extrem hörbar, neigen wir dazu, diese auch mehr mit einzubeziehen, sprich eventuell den Tiefbassbereich einiger Instrumente noch zu pushen oder dergleichen (WIR können die Subbässe ja hören, hört sich ja auch fett an, ganz klar!). Der Konsument kriegt jetzt aber Schwierigkeiten (wahrscheinlich vorher schon der Mastering-Engineer). Denn Bässe beanspruchen die Abhöranlage viel stärker als Mitten und Höhen, sie fordern viel mehr Energie ein. Besteht ein (zu) starker Subbassanteil, so macht sich das in der Leistungsfähigkeit bemerkbar – die Produktion würde bei gleich eingestellter Lautstärke wesentlich leiser sein als andere Produktionen, die keinen so starken Tiefbassanteil haben. Im Praxis-Leitfaden MASTERING ist das genauer erklärt, ich möchte hier nicht den Rahmen sprengen!

Sie können einen Subwoofer also, für den Spaß an der Sache, fürs Mixen durchaus benutzen, sollten jedoch immer im Hinterkopf behalten, dass das Musik hören mit Subwoofer eben nicht der gängige Standard ist. Die finale Perfektion des Mixdowns sollte deshalb eher bei ausgeschaltetem Subwoofer erfolgen (deswegen die Nennung eines Bypass-Fußschalters als nützliches Feature!). Mixen (und Mastern) soll immer auch das Schaffen von Kompatibilität und konstanter Qualität auf allen Abhöranlagen bedeuten – nicht das Gegenteil.

Eine Situation, in der ich sogar auf jeden Fall auf einen Subwoofer verzichten würde, ist die der schlechten Raumakustik ohne Bassfallen. Hier würde der Tiefbassanteil nur unnötig fiese, hartnäckige Eigenmoden sowie ordentliches Dröhnen hervorrufen, so dass das Klangbild letztlich keineswegs schöner wird, sondern schlichtweg ungenießbar.

Browne Bassfalle Raumakustik

Immer einsetzen würde ich den Subwoofer dagegen bei Musik, die ausschließlich, oder zumindest vorwiegend, in Clubs gespielt werden soll. Jede Disko hat riesige Boxen mit ordentlicher Basswiedergabe, deshalb ist es nur richtig auf ebenjener Basis zu mischen.


Wo aufstellen?

Im Gegensatz zu den Monitoren, die stets im Stereodreieck betrieben werden sollten, ist die Positionierung des Subwoofers nicht so eine empfindliche Sache, da unser Gehör tiefe Frequenzen nicht orten kann. Wichtig ist nur möglichst von Raumbegrenzungen/Wänden, Kanten und Ecken weg zu bleiben. Warum? Weil der Klang sonst unmittelbar reflektiert und der Bass somit lauter (dröhnender) wird. Steht der Subwoofer direkt an einer Wand oder auf dem Boden, wird der Bass um 3dB lauter, an einer Kante sind es 6dB und in einer Raumecke ganze 9 dB. Irgendwo halbwegs mittig vor Ihnen ist in aller Regel schon gut. Auf Ohrhöhe muss er natürlich nicht sein.


Empfohlene Geräte

Wie gesagt, am besten einen Subwoofer picken, der eine Membrangröße von 10 Zoll (oder mehr) aufweist und bis ca. 20 Hz runter geht. Ein regelbares Tiefpassfilter und ein Fußschalter für Bypass sind außerdem nützlich.

Entscheidend ist natürlich sonst der persönliche Klangtest! Am besten mehrere Geräte im eigenen Studio vergleichen, wobei Sie darauf achten sollten, dass der Bass schön trocken und definiert klingt und dem ursprünglichen Klang der Monitore nun, durch Ergänzung des Subwoofers, nicht bloß ein tiefes Wummern hinzugefügt wird.

neumann-kh-810-subwoofer
Subwoofer Empfehlung im High-End-Segment: Neumann KH 810.

Im unteren Preissegment gibt es den hervorragenden Presonus Temblor T10, der alle von uns aufgestellten Anforderungen erfüllt, sprich 10 Zoll, Klangausgabe ab 20 Hz, Fuß-Bypass-Schalter und variables Tiefpassfilter.

Der Yamaha SW10 Studio hat einen sehr griffigen Klang. Für Feinschmecker gibt es den Neumann KH 810.

Die genannten Geräte sind nur Beispiele, es gibt sicher noch andere gute, aber das sind so die Woofer, die ich kenne und empfehlen kann.


Fazit

Sie wissen nun, was ein Subwoofer macht, ob Sie zwingend einen brauchen und wo Sie ihn am besten aufstellen. Außerdem wissen Sie, worauf Sie bei einem bevorstehenden Kauf achten sollten.

David

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.