Musik im digitalen Wandel – die Veränderungen der Musikindustrie

Musik im digitalen Wandel – die Veränderungen der Musikindustrie

Musik im digitalen Wandel – die Veränderungen der Musikindustrie

Unsere Welt wird digital: Junge Talente gehen nicht mehr Klinken putzen bei den großen Musikkonzernen, sondern posten, twittern und instagrammen sich in die Herzen ihrer Fans – und der gute alte Tonträger geht in Rente.


Es war einmal: die Musikindustrie vor Beginn der 80er Jahre

Die 80er Jahre markieren für das Musikbiz die Schwelle zu einer neuen Zeit: Die neu aufkommenden Informations- und Kommunikationstechnologien lösen einen soziokulturellen Wandel aus, der jeden Bereich des Musiklebens, vom Schaffensprozess über die Verteilung bis hin zur Rezeption, grundlegend und dauerhaft verändert. Während talentierte Jungkünstler sich vor der digitalen Vernetzung in möglichst vielen Kneipen die Kehlen wund sangen und mit der Hoffnung auf einen der heiß begehrten Plattenverträge mit ihrer Demokassette von Konzern zu Konzern zogen, eröffnen die neuen Produktions- und Verbreitungsmöglichkeiten den Künstlern plötzlich ganz neue Wege, um ihre Musik bekannt zu machen.

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Heute ist kein Plattenvertrag mit Sony, Universal, EMI oder einem anderen „Giganten“ des Musikbiz notwendig, um bei Saturn, Redcoon oder Media Markt im Regal zu stehen. Und tatsächlich ist es nicht einmal mehr notwendig, überhaupt bei Saturn, Redcoon oder Media Markt vertreten zu sein, um mit der eigenen Musik auch kommerziell erfolgreich zu sein: Das große Geld wird heute außerhalb des Plattenladens gemacht.

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Musikindustrie 2.0: Die Chancen des digitalen Marktes

Die entscheidende Veränderung betrifft die Befreiung vom physischen Format: Die Produktion und der Vertrieb von Musik sind nicht länger an die Schallplatte, die Kassette oder die CD gebunden, sondern haben plötzlich das „unphysische“ Medium in Form von MP3s oder Streams und die damit verbundenen Transport- und Abspielgeräte (iPod, Handy, Memory-Stick, Mp3-Player etc.) zur Verfügung. Diese neuen Formate können nun in einem Bruchteil der Zeit, die zuvor für die Promotion benötigt wurde, über die verschiedenen Kommunikationsnetzwerke, allen voran das Internet, einer schier unbegrenzten Anzahl von Menschen zugänglich gemacht werden. Und anstatt, wie früher, in den Plattenladen zu gehen, klicken die Fans sich für ihre Lieblingssongs durch die größten Download-Portale und können ihre Playlist dank iTunes, musicload, Amazon und spotify so oft erneuern, wie sie möchten.

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Die Möglichkeiten des digitalen Marktes erleichtern es vor allem Newcomern, relativ schnell ein Publikum und einen Absatzmarkt für ihre Musik zu finden: Während talentierte, aber unbekannte Künstler noch vor rund 20 Jahren kaum eine Chance auf einen Plattenvertrag hatten, können sie diese Hürde heute einfach umgehen. Zeitgleich mit den großen Download-Portalen haben sich nämlich auch Plattformen etabliert, die als Schnittstelle zwischen Künstler und Download-Anbieter fungieren und es unbekannten Newcomern erleichtern, sich am Markt zu positionieren. Eine solche Vermittlerposition hat beispielsweise der Digitale Musikvertrieb Feiyr, der sich speziell um die Vermarktung von Independant-Labels kümmert.

Die Zusammenarbeit mit Plattformen wie Feiyr ermöglicht Newcomern maximale Gewinnchancen bei einem sehr geringen Risiko, da die Künstler ihre Musik in einem selbst gewählten Format hochladen, Informationen über das Genre/die Band etc. hinzufügen, das Ganze mit einem PayPal-Konto verknüpfen und anschließend auswählen können, über welche Portale ihre Musik zum Download angeboten werden soll. Die Rechte an den Songs verbleiben weiterhin bei den Künstlern und der Gewinn berechnet sich aus der Zahl der Download-Vorgänge abzüglich der Gebühr für das jeweilige Portal.


Selbstvermarktung im digitalen Zeitalter: posten, posten, posten!

Wer sich ohne Plattenvertrag auf dem freien Markt durchsetzen möchte, hat natürlich das Problem des fehlenden Marketings. Doch auch hier bietet der digitale Wandel neue Möglichkeiten: Durch die schier unbegrenzte Reichweite der wichtigsten sozialen Medien wie Facebook, YouTube und Twitter können junge Talente ihre Musik der ganzen Welt zugänglich machen – und das zum Nulltarif! Die Social Media Kanäle sind ebenfalls das wichtigste Instrument, wenn es um den Aufbau einer Fanbase geht: Da sich insbesondere im Musikbiz das Produkt kaum vom Produzenten trennen lässt, bedeutet Marketing für Künstlerinnen und Künstler immer auch Selbstvermarktung. Plattformen wie YouTube, Twitter, Instagram und Facebook bieten die Möglichkeit, mit den Fans in Kontakt zu treten und ihr Interesse durch regelmäßige Posts, Band-News, Umfragen und kleine Gewinnspiele lebendig zu halten.

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Bildquelle „Musikstudio“: © Unsplash (1209885) – pixabay.com (CC0 Lizenz)

Autor: Gastbeitrag von Ada Herwig

David

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