Das Delay beruht auf Verzögerungen des Direktsignals. Es dient ebenfalls zur Erzeugung eines räumlichen Eindrucks, wobei er vor allem dazu dient Melodien durch das Wiederholen der einzelnen Noten zu verdichten und somit voller erscheinen zu lassen.

Das bekannteste Beispiel für ein Delay ist das natürliche Echo: Das Direktsignal wiederholt sich mehrere Male und wird bei jeder Wiederholung leiser. Es handelt sich hierbei also – wie auch beim Hall – um Reflexionen, nur dass diese beim Delay aufgrund ihrer wesentlich geringeren Anzahl viel eindeutiger voneinander abzugrenzen sind und sich nicht zu einer Hallwolke verdichten.

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Funktionsweise

Beim Delay wird ein Teil des Originalsignals zu Beginn der Signalkette abgegriffen und durchläuft eine so genannte Delay-Line (Verzögerungseinheit), durch die das Signal um eine eingegebene Zeit verzögert und dann wiederholt wird. Die eingestellte Verzögerungszeit wird als Delay-Time bezeichnet.

Funktionsweise Delay
Funktionsverlauf eines Delays

Daneben bietet das Gerät einen weiteren Parameter mit dem die Anzahl der verzögerten Wiederholungen bestimmt wird. Dieser wird als Feedback bezeichnet. Er legt also fest, wie oft das Signal die Delay-Line durchlaufen soll. Dazu wird das Ausgangssignal jeweils wieder zum Eingang des Effektgeräts zurückgeführt und durchläuft die Verzögerungseinheit erneut.

Des Weiteren steht meist noch ein so genannter High-Cut (Equalizer) zur Verfügung, der das Signal im hohen Frequenzbereich absenkt. Hierdurch werden die einzelnen Wiederholungen nicht bloß leiser, sondern auch dumpfer, so wie es auch beim natürlichen Echo der Fall ist.

Parameter eines Delays

Delay-Time:

Oft einfach als Delay bezeichnet; Hiermit bestimmen Sie den zeitlichen Abstand der Wiederholungen des Delays. Bei einigen Geräten erfolgt dies anhand der Eingabe einer Verzögerungszeit in Millesekunden. Oftmals aber können Sie den Wert einfach durch die Angabe des Songtempos in BPM (beats per minute) festlegen.

Bei Plug-In-Effekten brauchen Sie das Tempo aber meist gar nicht mehr einzustellen, sondern es wird mit Hilfe eines Synchronisations-Buttons automatisch vom Programm erkannt. Delays, die einen solchen Sync-Button besitzen, werden auch als Sync-Delay bezeichnet.

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In der Regel können Sie dann zusätzlich zum Songtempo noch die gewünschte Notenlänge angeben und somit die Wiederholungen z.B. als Achtel-, Viertel- oder halbe Noten erscheinen lassen. Dies ist meist zu empfehlen, da die Wiederholungen des Delays praktisch zusätzlichen Noten entsprechen, die man sonst ja auch nicht einfach quer über den Takt verteilen würde.

Feedback:

Manchmal auch als Regeneration bezeichnet; Legt die Anzahl der verzögerten Wiederholungen fest. Je höher Sie den Regler aufdrehen, desto öfter wird das Signal wiederholt.

Die Lautstärke nimmt dabei mit jeder einzelnen Wiederholung proportional ab, bis das Signal schließlich ganz ausgeklungen ist.

High-Cut:

Dient zum Absenken der Höhen des Effektsignals. Bei einigen Geräten können Sie auch die Grenzfrequenz festlegen, ab der alle höheren Frequenzen abgesenkt werden sollen. Stellen Sie beispielsweise eine Frequenz von 8 kHz ein, so werden alle Frequenzen oberhalb dieser 8 kHz abgesenkt.

Intensity/Mix:

Mit diesem Regler bestimmen Sie das Verhältnis zwischen Effekt- und Originalsignal.

Zum Abschluss des Themas!

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