Um langfristig Spaß am Musizieren zu haben, sollte der Rechner gut gewählt sein. Das heißt nicht, dass es unbedingt ein extrem teurer Spezial Audio Rechner sein muss. Sicher muss es auch nicht zwingend ein Mac sein. Jedoch solltest Du beachten, dass Musikaufnahmen und Bearbeitungen sehr anspruchsvoll bezüglich der Rechnerleistung sind. Lediglich in der Video-Produktion und bei bestimmten, neueren Spielen werden noch mehr Leistungs-Ressourcen gefressen.

Damit alles flüssig läuft beim Produzieren, sollte Dein Rechner daher nicht zu langsam sein! Wenn Du viele Spuren und Effekte in Deinem Musikprojekt verwendest, muss der Rechner immer mehr Daten verarbeiten. Ist der Prozessor nicht schnell genug, kommt es zu deutlichen Knacksern und Verzögerungen bei der Wiedergabe des Liedes!

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Daher solltest Du bei einem Audio Rechner bzw. Computer Neukauf möglichst ein Modell der neuesten Generation wählen. So hast Du auch lange etwas von Deiner Investition! Der überteuerte High-End-Rechner für die neuesten Online-Baller-Spiele (bei dem bereits zig Hintergrundprogramme installiert sind, sprich das System ist bereits ordentlich zugemüllt) sollte es dagegen nicht sein…


Audio Rechner auswählen

Die Mindestanforderungen in Zahlen ausgedrückt: Wähle als Audio Rechner ein Gerät mit mehreren (vier und mehr) Prozessorkernen, die jeweils mindestens 2 GHz takten. Der Arbeitsspeicher sollte mindestens 4 GB betragen. Generell gilt bei beidem: Je mehr, desto besser!

Folgende Website bietet einen Vergleich aller aktuellen Prozessoren, was ich als äußerst hilfreich erachte.

www.pcgameshardware.de/CPU-Hardware-154106/Tests/CPUs-und-Prozessoren-Test-Bestenliste-AMD-und-Intel-675663/

Das ist zwar eine Gaming-Website, aber es wurde sowohl die Performance bei Spielen als auch bei Programmen getestet. (Eine Seite, wo ein praktischer Vergleich aller Prozessoren explizit in Bezug auf die Performance bei der Musikproduktion durchgeführt wurde, ist mir nicht bekannt.)

Schau einfach, welcher Prozessor in dem PC verbaut ist, den Du ggf. kaufen möchtest, und lies in der Tabelle ab, wie dieser sich in seiner ‚Overall Performance‘ im Vergleich schlägt. Man sieht z.B., dass selbst der aktuell beste AMD Prozessor nur rund 3/4 der Leistung des besten Intels liefert (was wiederum nicht heißt, dass man mit dem AMD keine Musik machen könnte, es ist halt nur suboptimaler).

Ein großer Monitor (24 Zoll oder mehr) ist vorteilhaft, jedoch nicht Pflicht. Gleiches gilt für den simultanen Einsatz zweier Monitore.

Ein DVD-Laufwerk wird ggf. nicht unbedingt benötigt, da die meisten Musik-Programme auch als reine Download-Versionen verfügbar sind.


PC oder Mac?

Einige Experten antworten auch heute auf diese Frage noch klar mit „Mac„…

Die Wahrheit: Sowohl der Mac als auch der PC eignen sich als Audio Rechner!

In meinen Augen sind Diskussionen zu diesem Thema längst nicht mehr aktuell. Während der Mac dem PC früher(!) tatsächlich einiges voraus hatte, hat Windows seit Ewigkeiten schon deutlich aufgeholt und ist vollwertig als Audio Rechner nutzbar.

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Auch das Betriebssystem Windows an sich ist spätestens seit Windows 7 äußerst rasant und stabil geworden. Apple’s Betriebssysteme waren schon immer gut. Der Mac lässt sich aber auch mit Windows betreiben, was einen bloßen Vergleich der Betriebssysteme ohnehin relativiert.

Früher gab es spezielle, abgespeckte PC-Versionen von z.B. Cubase, weil der PC nicht die Leistung eines Macs erbringen konnte. Lediglich auf dem Mac konnte man die Vollversion von Cubase mit allen Funktionen fahren. Heutzutage ist das längst anders: der PC kann problemlos als Audio Rechner verwendet werden!

Hat der Mac denn noch Vorteile gegen über dem PC? Das kann sein: der beste Mac läuft bei den meisten Anwendungen (nicht bei allen Anwendungen, wie aktuelle Tests belegen) noch einen Tacken schneller als der beste PC.

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Nur kriegt man einen echten High-End PC bzw. spezialisierten Audio Rechner (mit Top Intel-Prozessor, ohne Ende Arbeitsspeicher, SSD-Festplatte und gedämmtem Gehäuse) für ca. 1.300 EUR, während man bei Apple für ein vergleichbares Top Modell – etwa einen iMac Pro – 7.000 EUR und mehr hinblättern muss.

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Der Apple Mac Pro – spaciges Design, extra leise, aber teuer und nur bedingt aufrüstbar.

Zudem lässt Apple nur sehr bedingt Aufrüstungen zu, wodurch er schneller veraltet, während der PC nach ein paar Jahren anhand des Einbaus aktueller Komponenten einfach wieder auf den neusten Stand gebracht werden kann.

 


Meine Meinung

Mir persönlich wäre das daher zu teuer, vor allem da ich weiß, dass ein besserer Computer  mich nicht automatisch zu einem besseren Musiker oder Tontechniker macht. Entscheidend für die Qualität der Musik, die ich mache, ist immer noch meine Kreativität, mein tontechnisches Know-How sowie vor allem mein Gehör. Wer das Geld aber über hat – klar, das muss jeder selbst entscheiden!


Audio PC selbst zusammenstellen

Meinen aktuellen Rechner habe ich mir selbst zusammengebastelt. Wer auch Lust dazu hat und eventuell etwas Geld einsparen möchte, kann sich mein Video dazu anschauen.

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4 Comments

Spezialfall E-Gitarre.
Was Aufnahme angeht, bin ich noch ein Anfänger, Musik produziere ich aber schon recht lange – auf niedrigem Niveau.

Damals hat es völlig ausgereicht, die Onboard-Soundkarte des Rechners zu verwenden, da niemals in großem Stil aufgenommen wurde sondern lediglich mit VSTs und Samples Musik produziert. Auf dem Level reicht die simpelste Soundkarte.

Ein digitales Audio-Interface (1 Eingang) habe ich mir zugelegt als ich anfing E-Gitarre aufzunehmen. Eine E-Gitarre über einen Verstärker in die Mikrofonbuchse des Rechners zu stecken funktioniert zwar technisch, hat aber mindestens einen ekligen Nebeneffekt: Enorme Latenz.
I. d. R. möchte man gleichzeitig seine schon produzierten Passagen abspielen und dazu Gitarre einspielen. Das funktioniert nur, wenn man sein Gitarrespiel auch hört, was bei einer E-Gitarre und laufender Musik recht schwierig ist, wenn der Rechner nicht auch die verstärkte Gitarre wieder ausgibt. Simultanes Einspielen und Abspielen hat bisher mit keinem mir bekannten Basis-Setup funktioniert, da der Rechner das Gitarrespiel immer mit mindestens 500ms Verzögerung wieder ausgegeben hat. Sauber zu spielen ist damit unmöglich. Eine einfache Hilfe stellt hier der freie Audiotreiber ASIO4All dar, der die Latenz bei der Ausgabe der Aufnahme etwas wegnimmt, aber in meinem Fall nicht völlig. Einen Versuch ist es allemal wert, wenn man kein Geld ausgeben möchte. In meinem Fall hat es aber nicht geholfen. Abgesehen davon habe ich immer wieder Stimmen von erfahreneren Musikern gehört, die davon abraten, einen Gitarrenverstärker direkt in Mikrofon- oder Line-In-Buchse eines Rechners zu stöpseln.

In Echtzeit mein Gitarrenspiel hören kann ich erst seitdem ich mir ein externes digitales Audio-Interface mit einem Klinkeneingang zugelegt habe. Die einfachsten Modelle sind mit 80 Euro recht günstig aber m.E. jeden Cent wert, da man ohne einfach nicht sinnvoll einspielen kann und externe Karten sicherstellen, dass man sich die Audioeingänge des Rechners nicht ruiniert. Nächster Schritt für mich sind dann externe Karten mit mehreren Eingängen.

die Investition in ein externes Audio-Interface ist definitiv das Geld wert, allein schon um die Kopfschmerzen zu vermeiden, die entstehen, wenn man versucht mit der On-Boad-Soundkarte des Rechners aufzunehmen.

Lieber David Browne

Ich möchte meinen Gesang aufnehmen. Das Instrumental möchte ich digital aufnehmen.

Mein PC ist neu, hat 24 Zoll und ist unglaublich schnell. Nun ist meine Frage, was benötige ich alles?
Mir ist hauptsächlich wichtig, meinen Gesang aufzunehmen und anschliessend etwas zu verbessern :-), mehr nicht. Ich wollte dich Fragen, ob du mir helfen kannst, für mich das beste zu finden, denn ich habe leider keine Ahnung.

Ich freue mich jetzt schon auf deine Antwort.

Liebe Grüsse aus der Schweiz
Laura

Hallo Laura,

Du benötigst:

1) AUDIO-INTERFACE, dass die Sound-Wiedergabe und Aufnahme regelt, einen XLR Anschluss für ein professionelles Mikrofon bietet sowie einen Kopfhöreranschluss.
Zum Beispiel M-Audio Fast Track C400.

2) Großmembran-Kondensator-MIKROFON, das hochwertige Aufnahmen ermöglicht.
Zum Beispiel, günstig und gut: Studio Projects B1. Gibt es als sehr preiswertes Bundle bei Thomann.de mit Kabel und Popkiller, brauchst Du beides auch. Mikrofonstativ müsstest Du noch extra kaufen, z.B. Millenium MS-2005.

3) GESCHLOSSENER KOPFHÖRER. Der lässt keinen Klang nach außen, so dass Du das Instrumental hören kannst, ohne dass dieses so laut aus dem Kopfhörer schallt, dass das Mikrofon es mit aufnimmt.
Zum Beispiel: Sennheiser HD 380 Pro. Oder günstiger von der Marke t.bone.

4) Sequenzerprogramm/DAW. Da findet dann die Bearbeitung, Aufnahme usw. statt. Z.B. Cubase Elements.

Das wäre ein Beispiel für ein Setup, mit dem Du anfangen könntest, das bereits gute Aufnahmequalität ermöglicht. Langfristig kann man immer noch aufstocken. Ich empfehle Dir in den Zusammenhang u.a. noch die Artikel Equipment-Check Audio-Interface sowie Equipment-Check Studio Monitore hier im Blog.

Eine alternative wäre das Bundle Focusrite Scarlett Studio. Da ist, bis auf den Mikrofonständer, schon alles dabei, was Du brauchst. http://www.thomann.de/de/focusrite_scarlett_studio.htm

Liebe Grüße

David Browne

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