Mixing Tutorial
Unser Mixing Tutorial

Nachdem wir nun die wichtigsten Grundlagen sowie die fünf Kriterien, auf die es beim Mixing ankommt, besprochen haben, finden Sie im Folgenden noch eine Anleitung zur Durchführung des Mixing-Prozesses an sich! Hierbei kann es sich nicht um jeweils absolut notwendige Arbeitsschritte handeln, da jede Produktionen andere Bearbeitungen erfordert. Dennoch können die Angaben als Ausgangsbasis und Orientierungshilfe, gerade zum Einstieg, äußerst nützlich sein!

Eine ausführlichere Schritt-für-Schhritt Anleitung mit sämtlichen Details und Richtwerten finden Sie im Praxis-Leitfaden MIXING. Desweiteren erhalten Sie bei Kauf des Buches Zugriff auf den Exklusivbereich von Audio-Wissen.com, der Ihnen unter anderem ein ausführliches, mehrstündiges Mixing-Tutorial bietet!

Dieses zeigt einen kompletten Mixing-Vorgang in allen Details! Sie können hier einem Tontechniker bei einem professionellen Mixdown über die Schulter schauen und lernen dabei sämtliche Insider-Tricks kennen! Das Tutorial ist ungekürzt und verheimlicht nichts!

http://www.youtube.com/watch?v=BYkh0ptlZA0?rel=0

Bassdrum

Gate:

Haben Sie eine echte Bassdrum selbst aufgenommen, sprich es handelt sich nicht um eine Bassdrum aus der sprichwörtlichen „Konserve“ (Synthesizer oder Sampler), so sollten Sie ein Gate einsetzen! Dieses dient dazu, Übersprecher der anderen Schlagzeug-Instrumente aus der Aufnahme zu entfernen: Wenn Sie ein Drum-Set aufnehmen, so nimmt das Mikrofon der Bassdrum teils auch Snare und Hi-Hat mit auf. Um beim Mixdown jedoch sauber arbeiten zu können, ist es notwendig, diese Übersprecher möglichst aus der Aufnahme herauszutrennen! Sonst würden Sie bei der Bearbeitung der Bassdrum auch die in der Aufnahme enthaltenen Übersprecher von Hi-Hat und Snare mit bearbeiten. Stellen Sie das Gate dabei so ein, dass die Übersprecher von Snare, Hi-Hat und ggf. anderen Instrumenten möglichst nicht mehr zu hören sind. Regeln Sie den Threshold dazu von 0 dB an langsamimmer weiter herunter, bis alle Bassdrum-Schläge gänzlich durchgelassen werden, Hi-Hat und Snare aber möglichst nicht zu hören sind. Damit die Einschwingphase der Bassdrum dabei nicht unnatürlich unterdrückt wird, sollte die Attack-Zeit mit etwa 3 bis 5ms nicht zu lang eingestellt sein. Die Release-Zeit hingegen sollte länger sein, allerdings auch nicht so lang, dass nachfolgende Schläge von Snare bzw. Hi-Hat zu hören sind. Meist liegt sie zwischen 100 und 200ms. Wie Sie ein echtes Schlagzeug am besten aufnehmen, finden Sie übrigens im Exklusivbereich von Audio-Wissen.com ausführlich beschrieben!

Browne Raumakustik Module

Kompressor:

Nur ECHTE Bassdrums bearbeiten, keine Samples! Die Bassdrum wird in der Regel nicht allzu stark komprimiert, sondern es werden nur die Lautstärkespitzen zur Erzielung einer gleichmäßigen Dynamik etwas eingegrenzt. Man nennt das „Glätten der Pegelspitzen“. Ratio ca. 8:1. Kurze Attack-Zeit und Release zwischen 50 und 200ms. Dann an richtigen Threshold anpassen, so dass Bassdrum „geglättet“ klingt. Genauere Angaben und Tipps zu weiteren Musikrichtungen im Praxis-Leitfaden MIXING.

Equalizer:

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Die Bassdrum besteht immer aus drei wichtigen Resonanzbereichen: Druckbereich, Kesselresonanz und Kickbereich. Alle drei sollten in der Regel bearbeitet werden. Druckbereich (zwischen ca. 50-120 Hz) anheben, Kesselresonanz (zwischen 100 und 700 Hz) absenken, und Kickbereich (meist zwischen 1 und 5 kHz) anheben

Panning:

In die Mitte des Stereopanoramas setzen!

Effekte:

Early-Reflections bzw. Ambience Hall

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Snare

Gate:

Bei einer akustischen, sprich selbst eingespielten Snare, wieder Gate seten! Dabei möglichst eine Einstellung finden, bei der das komplette Nutzsignal durchgelassen wird (was im Falle der Snare bedeutet, dass selbst die leisesten Ghost-Notes unbearbeitet bleiben sollten), während die Schläge anderer Trommeln, die in der Aufnahme durchaus ähnlich laut sein können, herausgetrennt werden. Regeln Sie dazu den Threshold wieder von 0 dB an langsam herunter, bis alle Snare-Schläge durchgelassen werden, Störgeräusche jedoch möglichst nicht zu hören sind. Bei Schwierigkeiten ggf. Parameter Range etwas aufdrehen.

Kompressor:

Ratio ca. 5:1, Attack 1 bis 15ms, Release über 100ms. Der Threshold sollte so eingestellt werden, dass die Komprimierung bei den lautesten Pegelspitzen einsetzt.

Equalizer:

 

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Die Snare enthält – wie auch die Bassdrum – drei überbetonte Resonanzbereiche. Den Druckbereich (tiefer Anteil zwischen 150 und 400 Hz), die Eigenresonanz (mittlerer Anteil zwischen 1 und 3 kHz) und den Teppich (hoher Anteil zwischen 3 und 8 kHz).

Panning:

In die Mitte!

Effekte:

Je nach Musikrichtung etwas mehr Hall, am besten Gated-Reverb oder, für dezenten Einsatz, nur einen Ambience-Raum.

Hi-Hat

Hier gibt es zwar verschiedene Bearbeitungsmöglichkeiten, die ich im Praxis-Leitfaden MIXING auch aufgeführt habe, jedoch wird meist wirklich bloß ein Low-Cut gesetzt (Entfernung der Tiefen mittels Equalizer) sowie ggf. ein High-Shelf. Panning leicht nach links oder rechts. Hall höchstens etwas Ambience.

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Der Low-Cut entfernt die bei einer Hi-Hat nicht benötigten Tiefen, das Hi-Shelf-Filter sorgt für etwas mehr Transparenz im Klang.

Toms

Gate:

Bei selbst durchgeführter, echter Tom-Aufnahme Threshold von 0 dB an langsam runterregeln, damit nur noch die Toms zu hören sind und keine anderen Trommeln!

Kompressor:

Wird ohnehin die gesamte Produktion stärker komprimiert, so sollten auch die Toms bearbeitet werden, da diese sich sonst nicht durchsetzen. Dazu Ratio ca. 5:1, kurze Attack bis 15ms und Release etwas das Zehnfache der Attack.

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Equalizer:

Bei den Toms sollten wummernde Resonanzfrequenzen mittels Sweeping ausfindig gemacht und schmalbandig abgesenkt werden, vor allem im unteren Mittenbereich zwischen 250 und 500 Hz. Durch eine Anhebung in den oberen Mitten bzw. Höhen lassen sich die Obertöne der Toms hervorheben. Es entsteht ein offener Klang. Dazu eine Einsatzfrequenz zwischen 3 und 9 kHz.

Panning:

Die einzelnen Tom-Schläge sollten im Panorama so aufgeteilt werden, dass sie von links nach rechts (oder umgekehrt) verlaufen. Dabei kann die erste Tom z.B. weit links liegen, die nächste nur noch leicht links, die nächste schon leicht rechts, und die letzte dann weit rechts. Bei Midi-Klangerzeugern ist das in der Regel schon so voreingestellt.

Effekte:

Ggf. längerer Hall

Bass

Kompressor:

Hohe Ratio von ca. 6:1 durchaus üblich. Um die lange Einschwingphase eines akustischen Basses nicht unnatürlich zu unterdrücken, wählen Sie unbedingt eine längere Attack. Die Release liegt normal über 50ms. Threshold von 0 dB langsam runterregeln, teils bis ca. -20 dB.

Equalizer:

Mixing4
Die Bassdrum wurde bei 50 Hz verstärkt, deswegen wurde der Bass hier etwas zurückgenommen. Sollte eine Absenkung mittels Peak-Filter nicht reichen um der Bassdrum Platz zu schaffen, so kann hier auch ein Lo-Shelf oder Low-Cut geschaltet werden. Durch die beiden Anhebungen erhalten wir einerseits einen vollen Bassklang sowie etwas Transparenz.

Panning:

In die Mitte!

Effekte:

Möglichkeiten: Dezenter Hall, etwas Delay oder etwas Chorus. Jedoch alle drei nicht Pflicht!

Keyboards und Streicher

Nachdem Sie sich um Drums und Bass gekümmert haben, können Sie sich nun den Instrumenten zuwenden, die meist die Grundharmonien einer Produktion stellen. Dabei kann es sich um Keyboards handeln, Synthesizer-Sounds, Klavier, Orgel, Streicher und ähnliche Klänge. All diese Instrumente müssen in der Regel nicht komprimiert werden, da sie kaum in der Lautstärke schwanken.

Equalizer:

Low-Cut bis zu 300 Hz. Ggf. wichtigste Resonanzbereich etwas anheben für mehr Präsenz, normal um 4 kHz rum.

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Panning:

Etwa halblinks oder halbrechts. Ähnliche Instrumente gegenüberstellen! Z.B. Keyboard halblinks, Streicher halbrechts, etc.!

Effekte:

Meist sind dies hintergründige Signale, daher etwas Hall. Bei Keyboard-Klängen und E-Pianos Chorus drauf (sofern nicht bereits vorhanden: E-Pianos aus dem Synthesizer sind z.B. normal bereits mit einem Chorus versehen) Ggf. ein kurzes Delay.

E-Gitarre (verzerrt)

Kompressor nicht nötig, da durch die Verzerrung bereits ausreichend komprimiert wird! Höchstens im Solo, wenn die Gitarre noch etwas nach vorne rücken soll!

Equalizer:

Der wichtigste Frequenzbereich einer E-Gitarre liegt zwischen ca. 2 und 6 kHz – genau der Bereich, in dem sich auch der Gesang befindet. Daher ist besonders auf Überlagerungen zwischen diesen beiden Signalen zu achten, wobei Sie immer im Hinterkopf behalten sollten, dass der Gesang bei einem Song das wichtigste Signal darstellt und dementsprechend nicht durch die Gitarre in den Hintergrund gedrängt werden sollte! Gitarren, die rhythmisch geschrammelt werden und nicht so sehr im Vordergrund sein müssen, lieber bei 2-6 kHz etwas runternehmen und dafür bei 250-500 Hz etwas anheben. Außerdem bei E-Gitarren immer Low-Cut bis ca. 200 Hz.

Panning:

Bei Musikrichtungen wie Rock oder Heavy-Metal, wo das Arrangement hauptsächlich von der E-Gitarre getragen wird, werden Sie in der Regel mit Dopplungen arbeiten. Sie nehmen also den Hauptgitarrenklang mindestens zweimal auf. Die beiden Spuren können Sie jeweils weit außen links und rechts positionieren, wodurch ein breiter und transparenter Klang entsteht. Beim Gitarrensolo das Instrument in die Mitte setzen.

Effekte:

Einen kleinen Hallraum oder eine Modulation (Chorus, Flanger oder Phaser)

E-Gitarre (clean)

Kompressor:

Cleane Gitarren sind deswegen „clean“, weil sie nicht mittels Verzerrer bearbeiten wurden. Somit fehlt auch die mit der Verzerrung einhergehende Komprimierung. Daher sollten Sie stattdessen mit dem Kompressor ran. Ratio 6:1 bis 10:1, Attack bis 5ms, Release bis 200ms. Threshold von 0 dB runterregeln, bis es passt!

Equalizer:

Low-Cut bis 250 Hz, ggf. leichte Anhebung bei 4 kHz oder Hi-Shelf bei 12 kHz.

Panning:

Nach Wunsch halblinks oder rechts.

Effekte:

Cleane E-Gitarre gern immer mit Chorus/Flanger/Phaser oder ansonsten ein kurzes Delay oder Hall.

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Akustikgitarre (geschrammelt)

Kompressor:

Stark komprimieren, Ratio 4:1, Attack 15 bis 30ms, Release ca. 200ms.

Equalizer:

Low-Cut bis 250 Hz, ggf. Hi-Shelf bei 10 kHz. Störende Resonanzfrequenzen des Gitarrenkorpus können mittels Sweeping ausfindig gemacht und schmalbandig abgesenkt werden. Absenkung bei 1-3 kHz schafft ggf. Platz im Mix.

Panning:

Bis zu ganz links/rechts, am besten mit ähnlich hochfrequentem und rhythmischen Instrument gegenüber, z.B. Shaker.

Effekte:

Ambience-Hall

Akustikgitarre (gezupft)

Kompressor:

Bei einer gezupften A-Gitarre ist es kaum möglich die Saiten jeweils gleichlaut anzuschlagen, daher kommt es zu Lautstärkeschwankungen. Diese sollten Sie mittels Kompressor ausgleichen. Die Ratio stellen Sie auf etwa 4:1 oder 5:1. Die Attack wählen Sie wiederum länger, da die Gitarre vergleichsweise viel Zeit zum Einschwingen benötigt.

Equalizer:

Wie auch bei der geschrammelt gespielten Akustikgitarre: Tiefenanteil mittels Low-Cut entfernen, für einen transparenteren Klang ein Hi-Shelf setzen sowie ggf. dröhnende Resonanzfrequenzen ermitteln und schmalbandig absenken.

Panning:

Oft spielen gezupfte Akustikgitarren eine lediglich zusätzliche Melodie im Hintergrund. In dem Fall positionieren Sie die Gitarre beliebig zwischen etwa halblinks und halbrechts, im Idealfall wiederum mit einem Gegenspieler auf der anderen Stereoseite, bspw. einem Flächensound oder einer weiteren Gitarre.

Effekte:

Größerer Hallraum, ggf. Chorus

Gesang

Generell sind bei Stimmen keine allzu starken Eingriffe mehr gefragt, sondern der Klang entsteht hauptsächlich durch die Wahl eines zur Stimme passenden Mikrofons in Verbund mit einem passenden Pre-Amp (Vorverstärker)! Hinzu kommt, je nach Musikrichtung, lediglich eine stärkere Komprimierung sowie ein Betonen der für die Stimme wichtigen Frequenzen mittels Equalizer.

Die Lautstärke ist relativ laut zu wählen, damit der Gesang eindeutig im Vordergrund steht. Er sollte sich jedoch auch nicht so stark abheben, dass Instrumental und Gesang völlig voneinander getrennt erscheinen. Sie kennen sicher das Phänomen, wenn die Stimme bei schlechten Produktionen so klingt, als würde sie in einem anderen Raum stattfinden als das Instrumental.

audio-wissen

Die Lösung stellt hier die genaue Abpassung zwischen Komprimierung und Lautstärke dar, in Kombination mit etwas Hall, wobei dieser quasi als „Kleber“ zwischen Stimme und Instrumental dient!

Kompressor:

Die richtige Komprimierung ist bei der Bearbeitung der Stimme sehr wichtig! Setzen Sie unbedingt den besten Kompressor ein, den Sie haben! Eine angemessene Ratio liegt zwischen etwa 3:1 und 6:1. Die Attack wählen Sie zwischen ca. 15 und 50ms und die Release zwischen 20 und 500ms. Regeln Sie den Threshold nun wieder langsam herunter, bis Ihnen die Komprimierung passend erscheint. Der Gesang sollte nun klar vor den Instrumenten stehen, jedoch auch nicht unnatürlich stark in der Dynamik eingedämmt sein. Bietet Ihr Gerät eine Soft-Knee-Funktion, so schalten Sie diese ein! Die Komprimierung klingt dann sanfter und unauffälliger!

Equalizer:

Low-Cut zwischen 100 und 190 Hz. Die Hauptanteile der Stimme liegen bei etwa 1 bis 2 kHz. Befinden sich in diesem Bereich schon viele andere Signale, so probieren Sie es mit einer leichten Anhebung bei 3 kHz.
Ein High-Shelf-Filter bei ca. 10 kHz kann für mehr Transparenz und Durchsetzungsvermögen im Mix sorgen.

Panning:

Die Hauptstimme gehört in die Mitte! Eventuelle Dopplungen können Sie links und rechts um die Hauptstimme herum anordnen!

Effekte:

Optimal sind zwei separate Hallprogramme: Ein Ambience Hall (erzeugt reine Early-Reflections) und ein weiterer Hall für den Nachhall (die Hallfahne) mit bis zu 1sec Nachhallzeit und längerem Pre-Delay. Delay normal nicht durchgehend anwenden, sondern nur punktuell. Soll es durchgehend eingesetzt werden, dann mit nur einer Wiederholung (Slap-Back-Delay) –> Feedback runterdrehen! Leichter Chorus kann Stimme etwas breiter machen.

Zum Abschluss des Themas!

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